Die 10+1 größten Fehler im Employer Branding

Fehler Employer Branding

Sie arbeiten an der Employer Brand, doch der gewünschte Effekt bleibt aus? Daran könnte es liegen! Wir haben die 10+1 größten Fehler im Employer Branding für Sie identifiziert. Lesen Sie gleich nach, was Sie beim Aufbau einer starken Employer Brand unbedingt vermeiden sollten.

1. Versprechen werden nicht eingehalten

Ganz egal, wie attraktiv Ihre Ausschreibungen sind und wie kreativ Ihre Karrierewebsite ist: Wenn Sie das dort gegebene Arbeitgeber-Versprechen und die kommunizierten Werte nicht einhalten, werden es nicht nur die bestehenden Mitarbeitenden, sondern auch die neuen Mitarbeitenden rasch spüren. Dies führt zur allgemeinen Unzufriedenheit, Frustration und erhöht die Fluktuation. Kommunizieren Sie immer nur nach außen, was Sie im Inneren leben.

2. Tarnen und täuschen

Kein Unternehmen ist perfekt – aber bleiben Sie ehrlich und authentisch. Dazu gehört Mut: Beeindrucken Sie durch Offenheit und Transparenz, nicht durch gute Miene zum bösen Spiel. Auch das werden Ihre Mitarbeitenden schnell durchschauen und hat einen Vertrauensbruch zur Folge bzw. lässt Vertrauen erst gar nicht entstehen.

3. Auf Worte folgen keine Taten

Nicht nur große Kampagnen, sondern vor allem auch individuelle Gespräche und Umgangsformen zahlen auf die Employer Brand ein.

Ein Beispiel: Beim Bewerbungsgespräch wurde Frau Novak eine höhere Vergütung nach 1-jähriger Anstellung versprochen. Nach über einem Jahr im Unternehmen lässt diese jedoch immer noch auf sich warten. Auch die versprochenen flexiblen Arbeitszeiten gelten wohl nur für Führungskräfte. Frau Novak sieht sich deswegen nach einer neuen Anstellung in einem Unternehmen um, welches vertrauenswürdiger ist.

Leere Worte haben keinen Platz in einer vertrauensbasierten Unternehmenskultur. Seien Sie fair und lassen Sie Ihren Worten Taten folgen. Lieber etwas weniger zusagen, das aber einhalten und wie vereinbart erfüllen.

Natürlich kann es einmal passieren, dass das eine oder andere Vorhaben nicht in der versprochenen Art und Weise umgesetzt werden kann. Dann ist es aber wichtig, das Gespräch mit dem Gegenüber zu suchen und alternative Lösungen zu finden, die für beide passen.

4. Employer Branding von erfolgreichen Unternehmen kopieren

Gute Employer Branding Kampagnen haben eine sogenannte Employer Value Proposition (kurz EVP) erarbeitet. Die EVP ist das Arbeitgeberversprechen eines Unternehmens an seine (zukünftigen) Mitarbeitenden. Quasi die „Bewerbung“ als Arbeitgeber bei den potentiellen BewerberInnen.

Ein Beispiel: Firma XY hat eine starke und wirksame Employer Branding Kampagne gestartet, ihre EVP ist toll und die BewerberInnen reißen sich um eine Anstellung im Unternehmen. Wieso übernehmen wir nicht einfach XYs Employer Value Proposition?

Das ist ein großer Fehler und wird den gewünschten Effekt nicht erzielen! Denn: Ihre EVP sollte nur Angebote enthalten, die Sie auch wirklich erfüllen. Sie muss zu Ihrem Unternehmen und der gelebten Kultur passen und darf keine Kopie schon bestehender Arbeitgebermarken darstellen. Was bei einem anderen Unternehmen gut funktioniert, kann bei Ihren Unternehmen schief gehen, da es nicht authentisch ist und zur Arbeitgebermarke passt.

Unser Tipp: Bauen Sie auf das, was Ihr Mitbewerb nicht kopieren kannIhre Unternehmenskultur. Vieles andere wie Benefits, interne Strukturen oder Gehälter bieten andere Arbeitgeber auch.

5. Der Chef entwickelt die EVP eigenständig und schreibt sie vor

Auch das führt nicht zum Erfolg, denn eine Person alleine kann nicht die gesamte „Stimmung“ im Unternehmen wiedergeben. Eine gut funktionierende EVP ist authentisch und bestehende Mitarbeitende finden sich in deren Beschreibung wieder.

Baut diese auf die Unternehmenskultur auf, ist sie authentisch und unique. Das Feedback Ihrer Mitarbeitenden hilft Ihnen dabei und ist die beste und glaubwürdigste Basis für die Erstellung des Arbeitgeberversprechen.

6. Eine Marketingagentur für eine Kampagne beauftragen

Natürlich können Sie eine Marketing Agentur beauftragen, aber die Vorarbeit müssen Sie schon selbst leisten. Erstens kann aus einer schlechten Stimmung im Unternehmen keine erfolgreiche Kampagne aufgesetzt werden. Die „Verpackung“ kann noch so schön sein, wenn die Kultur und Strategien dahinter nicht passen, wird der gewünschte Effekt ausbleiben.

Zweitens läuft man durch dieses „Aufhübschen“ große Gefahr, dass Arbeitgeber-Versprechen abgegeben werden, die nicht einhalten werden.

Erst wenn Sie eine gute Unternehmenskultur entwickelt und integriert haben, können Sie auch eine professionelle und durch eine Agentur unterstützte Kampagne aufsetzen, die authentisch ist und das im Innen gelebte nach außen spiegelt.

7. Einen Keil zwischen Marketing und HR treiben

Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen ist das A und O im Employer Branding. Überlassen Sie die Kreation der Kampagnen daher nicht ausschließlich nur dem Marketing oder den HR-Verantwortlichen. Ein kontinuierlicher Austausch und eine Zusammenarbeit beider Bereiche sind empfehlenswert.

8. Keine Zertifikate und Auszeichnungen anstreben

Sie sind ein toller Arbeitgeber oder wollen es werden? Ihre Mitarbeitenden sind engagiert und arbeiten gerne bei Ihnen? Dann zeigen Sie das auch nach außen. Mit einem Zertifikat können Sie als attraktiver Arbeitgeber bei Ihren potentiellen BewerberInnen noch stärkere Sichtbarkeit erlangen.

Auszeichnungen schaffen Glaubwürdigkeit & Vertrauen, wenn Sie Ihre Unternehmenskultur richtig auf den Prüfstand stellen. Außerdem führen sie zu Stolz bei den Mitarbeitenden.

9. Sich auf externe Bewertungsplattformen verlassen

Verlassen Sie sich nicht nur auf das Stimmungsbild Ihres Unternehmens in externen Bewertungsplattformen. Auch wenn vorwiegend positive oder negative Kommentare verfasst werden, stellen diese kaum eine authentische Repräsentation der Unternehmenskultur dar, sondern eine Momentaufnahme von einer kleineren Population.

Lesen Sie unsere Tipps im Umgang mit externen Bewertungsplattformen, damit Sie auf Kritik richtig reagieren können und es für Ihr Employer Branding nutzen können.

10. Employer Branding solange machen, bis das Budget und die Ressourcen ausgeschöpft sind

Machen Sie kein halbherziges Employer Branding. Employer Branding funktioniert als Gesamtpaket. Setzen Sie deswegen nicht nur eine Maßnahme um oder verlassen Sie sich auf minimale Anpassungen. Es lohnt sich im Vorfeld einen Budget- und Ressourcenplan zu erstellen, damit angefangene Projekte auch zu Ende gebracht werden können.

10+1: Einer der wichtigsten Fehler, der nicht unterschätzt werden darf:

Die Bedeutung der eigenen Mitarbeitenden als MarkenbotschafterInnen unterschätzen

Ihre Mitarbeitenden tragen und repräsentieren die Employer Brand Ihres Unternehmens. Menschen sprechen über ihre Arbeit, den Alltag und ihre Gefühle. Empfehlungsmanagement und Reputation haben große Wirkung. Mitarbeitenden, die Freude an ihrem Job und dem Arbeitgeber haben, erzählen gerne darüber. Genauso wie diejenigen, denen es schlecht an ihrem Arbeitsplatz geht.

Auf beides haben Sie keinen direkten Einfluss, denn Mitarbeitende erzählen aus ihrer Perspektive und ihren Erfahrungen. Worauf Sie Einfluss haben, ist die Unternehmenskultur, die Stimmung und die Zusammenarbeit innerhalb des Betriebs. Wenn Sie daran arbeiten, dann werden auch Ihre Mitarbeitenden positiv über das Unternehmen sprechen und es weiterempfehlen.

FAZIT: Tragen Sie das Einzigartige nach außen

Ihre Employer Brand ist die nach außen getragene Repräsentation des innen Gelebten. Employer Branding ist als Gesamtpaket zu verstehen, welches zwar aus vielen kleinen und großen Maßnahmen besteht, aber eine klare Zielsetzung vor Augen hat.

Bringen Sie Ihre Mitarbeitenden in die Veränderungen und Maßnahmen mit ein und bleiben Sie in Ihrer Arbeit und den Veränderungen im Unternehmen authentisch und mutig. Schrecken Sie nicht davor zurück, aus der Reihe zu tanzen und tragen Sie die Einzigartigkeit des Unternehmens, der Kultur und dessen Mitarbeitenden mit Stolz nach außen.

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